Projekt Tihange-AUS

Impuls

Aus einer Studie, beauftragt durch die Städteregion Aachen,
vorgetragen am 27. Oktober 2016:

»Bei einem Störfall im nur rund 70 Kilometer entfernten Atomkraftwerk Tihange 2
mit einem Versagen des Reaktordruckbehälters kann der Fall eintreten, dass die Region Aachen unbewohnbar wird«, stellt Professor Dr. Wolfgang Renneberg vom Institut für Sicherheits-und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien unmissverständlich klar. »Die Angst der Menschen ist berechtigt und noch nie hatten sie so klare, einheitliche Erwartungen an die Politik – nämlich Tihange abschalten zu lassen«, erklärt Städteregionsrat Helmut Etschenberg.

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Dieses Schaubild zeigt, dass die Städteregion Aachen bei einem Reaktorunfall in Tihange unmittelbar betroffen sein würde.

Lebenslange Folgen

Und die Studie macht deutlich, wie dringend gehandelt werden muss. »Die Region Aachen liegt aufgrund der Wetterverhältnisse bei einer radioaktiven Freisetzung in Tihange im Hauptbelastungsgebiet «, ergänzt Dr. Renneberg. Der Vergleich von über 3.000 realen Wetteraufzeichnungen der vergangenen Jahrzehnte zeigt: Die radioaktive Wolke wäre in vier Stunden in Aachen.
Bei ungünstiger Wetterlage wären die Auswirkungen mit der 20-Kilometer- Sperrzone von Fukushima vergleichbar. Diese Katastrophe würde aber nicht nur die DreiländerRegion Aachen, sondern über NRW hinaus weite Teile des Bundesgebietes, der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs betreffen.
Die strahlenbelasteten Partikel befinden sich in der Luft und sinken spontan zu Boden oder werden vom Regen ausgewaschen. »Sind diese Partikel einmal aufgenommen, hat das lebenslange Folgen«, mahnt Prof. Dr. med. Alfred Böcking vom Institut für Pathologie am Krankenhaus Düren. Strahlenkrankheit, Organschäden, Krebs, Tschernobyl-Aids und bei Ungeborenen Hemmungsmissbildungen und Totgeburten sind einige davon. Nach einem Super-GAU wird es laut Studie 3.000 zusätzliche Krebskranke geben, von denen 1.000 jährlich sterben.

Zuhause bleiben

Deshalb rät Alfred Böcking: »Springen Sie im Ernstfall nicht ins Auto und versuchen Sie aus der kontaminierten Umgebung zu fliehen. Verschanzen Sie sich besser sofort Zuhause, schließen Sie die Fenster und öffnen Sie Ihre Lebensmittelkonserven«. Denn eine 15 Zentimeter dicke Betonwand könne bereits 90 Prozent der schädlichen Gammastrahlung abhalten. Mit Atemschutzmasken und der Einnahme von Jodtabletten könne zudem gut vorgesorgt werden. »Bis die
radioaktive Wolke weitergezogen ist, vergehen sieben bis acht Tage. Danach werden gegebenenfalls weitere Schritte eingeleitet, beispielsweise eine Evakuierung «, erklärt Böcking die weitere Vorgehensweise im Notfall.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aachener Region von einem radioaktiven Niederschlag betroffen wäre, der in Tschernobyl zur Umsiedelung führte, liegt
bei zehn Prozent. Städteregionsrat Etschenberg: »Nach Meinung von Experten
kann es in Tihange 2 zu einem schweren Unfall kommen, gegen den uns
kein Katastrophenschutz dieser Welt schützen kann – der einzige sinnvolle Schutz
wäre die Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3!«

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